Coffin-Lowry Syndrom

Erkrankung Gen OMIM
Coffin-Lowry Syndrom RSK2 303600

Das Coffin-Lowry Syndrom (CLS) stellt eine syndromale, schwere Form der X-gebundenen mentalen Retardierung mit einer geschätzten Häufigkeit von 1:50.000 dar.

Klinik / Indikation

Die Patienten fallen durch eine typische faciale Dysmorphie mit quadratischem Hirnschädel bei relativ kleinem Gesichtsschädel, lateral abfallenden Lidachsen, breiter Nasenwurzel mit Telekanthus, dicken Supraorbitalwülsten, Ptosis, vollen Lippen, offenem Mund und vorzeitiger Dentition mit Zahnfehlstellungen auf. Weiterhin finden sich schwere, mentale Retardierungen (IQ<50) mit Frontal- und Temporalhirnatrophien, Balkenhypoplasien und sensoneuraler Schwerhörigkeit. Zudem weisen eine Übersteckbarkeit der Gelenke, Cutis laxa, Hernien, Kyphoskoliose, Kielbrust sowie Kleinwuchs auf ein Coffin-Lowry Syndrom hin.

Weibliche Überträgerinnen können eine milde Ausprägung des Phänotyps zeigen. Die Patienten weisen eine erhöhte Morbidität aufgrund von kardialen und pulmonalen Problemen auf.

Genetik

Das Coffin-Lowry Syndrom wird verursacht durch Mutationen im RSK2-Gen (OMIM 300075) (ribosomal protein S6 kinase; synonym RPS6KA3). RSK2 ist eine Serin/Threonin Kinase, die zur Ras Signalkaskade gehört. Diese führt zur Aktivierung der MAP-Kinasen, die an der Kontrolle von Zellwachstum und Differenzierung beteiligt sind.

Das Gen umfasst 111 kb genomische DNA und bildet eine 2.2 kb lange mRNA. Es setzt sich aus 22 codierenden Exons zusammen und ist auf dem kurzen Arm des X-Chromosoms (Xp22.2) lokalisiert.

70 bis 80 Prozent der Patienten haben keine familiäre Vorgeschichte und 20-30 Prozent der Fälle sind familiär. Das Mutationsspektrum umfasst 40 Prozent Aminosäureaustausche, 20 Prozent Stopp-Mutationen, 20 Prozent Spleiß-Mutationen und 20 Prozent Deletionen oder Insertionen.

Diagnostik

Der Bearbeitungszeitraum beim Indexpatienten liegt bei etwa 4 Wochen. Für den Nachweis bzw. den Ausschluß bereits bekannter Veränderungen bei weiteren Familienmitgliedern ist etwa 1 Woche anzusetzen.

Untersuchungsmaterial

2 ml EDTA-Blut des Indexpatienten sowie weiterer Familienmitglieder. Versand der Proben ungekühlt im Transportröhrchen.

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