Rubinstein-Taybi Syndrom

Erkrankung Gen OMIM
Rubinstein-Taybi Syndrom CREBBP 180849

Das Rubinstein-Taybi Syndrom stellt ein charakteristisches Syndrom mit typischer Fazies, Mikrozephalie und breiten Endphalangen von Daumen und Großzehen dar. Geschätzte Häufigkeit in der europäischen Bevölkerung ca. 1:100.000 Neugeborene.

Klinik / Indikation

  • Kranio-faziale Dysmorphie: Mikrozephalie, prominente Stirn, betonte Augenbrauen, lateral abfallende Lidachse, schnabelförmig gebogene Nase mit vorgelagertem Nasensteg,
  • Breite Endphalangen der Daumen und Großzehen, Daumen im Interphalangealgelenk radial abgewinkelt („Tramper“-Daumen),
  • Statomotorische Entwicklungsverzögerung mit schwerer mentaler Retardierung mit Sprachschwierigkeiten, Krämpfen und ataktischen Gangstörungen,
  • Kleinwuchs,
  • Organfehlbildungen, besonders Herz, Augen und Genitale.

Genetik

Verantwortlich für das Rubinstein-Taybi Syndrom sind dominante Neumutationen im CREBBP-Gen (c-AMP responsible element binding protein) auf Chromosom 16 (16p13.3) das für das CREB-Bindungsprotein codiert. Das Gen hat 31 codierende Exons auf 150 kb genomischer DNA und bildet eine 9 kb lange mRNA. Das CREBBP ist beteiligt an verschiedenen Signaltransduktionswegen und reguliert gleichzeitig die Expression einiger Gene. Weiterhin steuert es die Zelldifferenzierung in der Embryonalentwicklung und fungiert als Tumorsuppressorgen.

Beim Rubinstein-Taybi Syndrom werden in 10 Prozent der Fälle Mikrodeletionen im Sinne eines Contiguous-gene-Syndroms nachgewiesen.

Die Mutationen verteilen sich über das gesamte Gen. Eine Genotyp-Phänotyp-Korrelation ist bislang nicht erkennbar – auch nicht bei Fällen milder Phänotyp-Expression. Die Mutationen stellen Nonsense-, Missense- und Spleißmutationen dar, wobei der Gesamtanteil der Mutationen bei RTS Patienten im CREBBP-Gen etwa 40 Prozent beträgt.

Diagnostik 

Der Bearbeitungszeitraum beim Indexpatienten liegt bei etwa 4 Wochen. Für den Nachweis bzw. den Ausschluß bereits bekannter Veränderungen bei weiteren Familienmitgliedern ist etwa 1 Woche anzusetzen.

Untersuchungsmaterial

2 ml EDTA-Blut des Indexpatienten sowie weiterer Familienmitglieder. Versand der Proben ungekühlt im Transportröhrchen.

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