Thanatophore Dysplasie (TD)

Erkrankung Gen OMIM
Thanatophore Dysplasie Typ I FGFR3 187600
Thanatophore Dysplasie Typ II FGFR3 187601

Klinik / Indikation

Die thanatophore Dysplasie stellt eine angeborene schwere, letale Skelettdysplasie mit unverhältnismäßig großem Kopf, schmalem Thorax und gebogenen langen Röhrenknochen dar. Eine Unterteilung in Typ I (lateralkonvexe Krümmung der Femora) und Typ II (ohne Krümmung der Femora) erfolgt aufgrund der Form der Femora.

Die Diagnose einer thanatophoren Dysplasie kann bereits pränatal sonographisch gestellt werden bei:

  • Makrozephalie mit weiten Fontanellen, betonter Stirn, tiefliegender Nasenwurzel und hervortretenden Augen,
  • schmalem Thorax mit kurzen Rippen,
  • Mikromelie mit zum Teil erheblichen Verbiegungen der Extremitäten,
  • zerebrale Fehlbildungen variablen Ausmaßes,
  • Polyhydramnion und geringe Kindsbewegungen.

Genetik

Der Erkrankung zugrunde liegen Veränderungen im Gen für den Fibroblasten-Wachstums-Faktor Rezeptor 3 (FGFR3), das sich auf Chromosom 4p16.3 befindet und einer autosomal dominanten Vererbung folgt. Es besteht aus 19 Exons und ist auf 16.5 kb genomischer DNA organisiert. Für die Exons 8 und 9 ist ein alternativer Spleißmechanismus beschrieben. Der FGF-Rezeptor 3 besteht aus 826 Aminosäuren und ist an der Kalzium-Signaltransduktion beteiligt, wobei Veränderungen des Gens eine Störung der Ossifikation zur Folge haben.

Mutationen im FGFR3-Gen bei Patienten mit thanatophorer Dysplasie liegen beim Typ I in der extrazellulären Immunglobulindomäne und beim Typ II in der intrazellulären Tyrosinkinase-Domäne. Dabei handelt es sich ausschließlich um Aminosäureaustausche in den Exons 7 und 10 (TD I) sowie in Exon 15 (TD II). Außerdem können beim Typ I Mutationen des Stopp-Codons in Exon 19 auftreten.

Diagnostik

Der Bearbeitungszeitraum beim Indexpatienten liegt bei etwa 3 Wochen. Für den Nachweis bzw. den Ausschluß bereits bekannter Veränderungen bei weiteren Familienmitgliedern ist ca. 1 Woche anzusetzen.

Untersuchungsmaterial

2 ml EDTA-Blut des Indexpatienten sowie weiterer Familienmitglieder. Versand der Proben ungekühlt im Transportröhrchen.

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